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Matthias Walkner: Die Rallye Katar 2017 reloaded

Von Frust bis Freude: Was denkt der Dakar-Star während der Etappen? Das Hiasi-Tagebuch aus der Wüste

Zweite Station der Rallye Raid-WM 2017: Katar. Matthias Walkner finished, so wie schon in Abu Dhabi, auf Platz 3 und muss dafür um sein Leben fahren. Warum? Das verrät dir der Salzburger KTM-Rider in seinem persönlichen Katar-Tagebuch (inklusive den besten Fotos aus der Wüste).

Prolog + 2. Etappe

Special: 334,08 km – Connection: 148,85 km – Total: 482,93 km

Jetzt habe ich ein ordentliches Masel gehabt. Ich habe die Straße verpasst, bin über die Piste hinausgefahren und hab einen gewaltigen Stein ausgefasst. Das war knapp, dass es mich bei 70 km/h nicht vorwärts überschlägt... Da haben jetzt alle Schutzengel in meiner Glücksbringer-Box viel zu tun gehabt.


"Ich hab mich gleich dreimal g’scheit verkoffert... aber zum Glück immer wieder zurückgefunden."


"Man kann immer etwas Positives finden. In dem Fall: Zum Glück bin ich gesund im Ziel angekommen. Aber das Ergebnis zipft mich schon an. Ich bin ein bisserl down und frustriert."


"Das Ergebnis ist nicht das Gelbe vom Ei."

3. Etappe

Special: 353,02 km - Connection: 150,93 km - Total: 503,95 km

Der Sturm geht, dass es grenzwertig ist. Da haut’s dir den Sand ins Gesicht, wie wenn es Hagel wäre. Das brennt wie ein kleines Peeling.


"Mir ist das Frühstück wieder raufgekommen. Ich glaub, weil ich so viel aufgewirbelten Staub geschluckt habe. Aber kein Problem, der Sturm hat alles weggeweht…"


"Endlich vorbei der Tag – er war gewaltig lang."

4. Etappe

Special: 337,76km - Connection: 123,7 km - Total: 461,46 km


"Schon wieder ist ein kleines Malheur passiert – mir ist das Roadbook gerissen. Ich muss stehen bleiben, um das zu fixieren. Das kostet wieder Minuten."


"Seit Kilometer 250 ist es sehr zach. Helles Licht, überhaupt kein Kontrast – extrem anstrengend für den Kopf. Ich bin vom Speed her langsamer geworden und hab auch noch ein paar Fehler eingebaut."
 

Zum Schluss habe ich ziemlich unnötig 5 Minuten verloren. Ist halt so, gehört dazu. Ich bin trotzdem Vollgas zufrieden. Cool ist, dass mich den ganzen Tag niemand eingeholt hat.

5. Etappe

Special: 343,32 km - Connection: 189,4 km - Total: 532,72 km

Ab dem Refueling bin ich um mein Leben gefahren, weil’s mich so richtig anzipft hätte, wenn ich hier nur Fünfter werde. Da hab ich mir gedacht: Jetzt schei... ich drauf – entweder es passt oder ich verfahr’ mich. Ich glaube nicht, dass da noch einer schneller war als ich. Ich bin sehr happy, dass es sich mit dem Podium ausgegangen ist.


"Danke fürs Daumen drücken. Es hat sich ausgezahlt. Ich bin ein bissi fertig, aber wohlauf. Zweite Rallye, zweimal Dritter. Damit kann ich gut leben."


"Ich freu mich jetzt extrem auf daheim, vor allem auf das gute Essen – weil ich ja so ein Mama-Burli bin..."

Der dritte Stopp der Cross Country-WM findet erst nach der Sommerpause statt. Die Atacama Rallye in Chile von 12. bis 18. August 2017 ist ein Lieblingsrennen von Matthias Walkner. 

Der Salzburger liegt derzeit auf Platz 3 der WM, die derzeit von seinem Team-Kollegen Sam Sunderland angeführt wird.

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